Curacao, November 2016

Curaçao – ein kleiner karibischer Traum
Von Ellen Homann

Gut 60 Kilometer vor der Nordküste Venezuelas liegt Curaçao. Eine Insel, deren Namen man reflexartig mit blauem Likör verbindet, jedoch kaum mit einem Urlaubsziel. Grund genug, die südkaribische Insel zu besuchen. Sehr schnell wird klar, warum Curaçao als Geheimtipp gilt: die „Insel unter den Winden“ bietet bei einem Jahresmittel von 28°Celsius karibische Lässigkeit, tolle Strände und vor allem Tauchern und Schnorchlern perfekte Bedingungen.
Nach neun Stunden Direktflug ab Düsseldorf erreicht man Curaçao. Die größte der sogenannten ABC-Inseln – Aruba, Bonaire und Curaçao – gehört zum kolonialen Erbe der Niederlande und ist seit rund zehn Jahren ein autonomes Land innerhalb des Königreichs. Niederländisch ist die Amtssprache, mit englisch oder spanisch kommt man gut zurecht. Unterkünfte bietet Curaçao in nahezu allen Preisklassen, vom teuren Resort inklusive Golfplatz bis hin zu kleinen, vollklimatisierten Appartements für Selbstversorger.

Klima und Reisezeit
Auch im November merkt man, dass Curaçao durch seine äquatornahe Lage ein Ganzjahresziel ist, vor allem für Touristen aus Europa und den USA. Die Hauptstadt Willemstad – es ist im Grunde die einzige wirkliche Stadt auf Curaçao – ist ein kleines Juwel, das auch von Kreuzfahrtschiffen auf ihren Südkaribik-Touren angefahren wird. Dann herrschen auf der weltweit einzigartigen „Königin-Emma-Brücke“ sowie entlang der berühmten Hafenpromenade mit dem Status Weltkulturerbe wuseliges Treiben und Sprachgewirr.

Überall auf Curaçao schwirren Kolibris durch die Luft, küstennah sammeln sich Flamingos in Kolonien. Kleine Echsen und die größeren Leguane findet man auf Curaçao ebenso regelmäßig. Übrigens auch im Kochtopf, denn die Leguansuppe ist eine lokale Delikatesse. Die durchschnittliche Speisekarte bietet jedoch vertraute Gerichte. Selbstversorger finden in den großen Supermärkten überwiegend Produkte und Marken, wie sie aus den Niederlanden oder den USA bekannt sind.

Perfekt zum Tauchen und Schnorcheln
Die Unterwasserwelt Curaçaos gilt unter Tauchern und Schnorchlern als „Hotspot“. Völlig zu Recht, denn das Wasser ist kristallklar und badewannenwarm, die Unterwasserwelt schillernd und bunt. Mehr als 500 farbenprächtige Fischarten sowie Meeresschildkröten, Krebse und Muscheln tummeln sich im küstennahen Wasser. Zudem ist der Zugang zu den Revieren in der Regel direkt vom Strand möglich.

Die schönsten weißsandigen Strände liegen im Nordwesten der Insel, allesamt vergleichsweise klein aber fein, eingefasst in leicht zugänglichen und großzügigen Buchten. Selbst die bekanntesten Strände, wie etwa Cas Abou, sind auch an den Wochenenden nicht überfüllt, Massentourismus scheint hier ein Fremdwort.
Tipp: ein Tagestripp nach Klein Curaçao. Die kleine Nachbarinsel ist ein echtes Highlight. Das topfebene Eiland hat dann doch noch einen kilometerlangen Sandstrand. Zudem ziehen in Strandnähe Meeresschildkröten elegante Bahnen durch das türkisfarbene, glasklare Wasser. Was will man mehr?